Aktualisierung: 25.01.2017
Geschichte der Semmelweis Universität: Medizinstudium in Budapest
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Die medizinische Ausbildung an der heutigen Semmelweis Universität in Budapest hat eine Vorgeschichte, die auf mehr als 235 Jahre zurückblicken kann.
Kardinal Péter Pázmány gründete 1635 in Nagyszombat, wo sein Bischofssitz war (heute Trnava, Slovakei), die Universität, die heute in Budapest existiert. Den damaligen zwei Fakultäten (Theologie und Jura) schloß Königin Maria Theresia am 7. November 1769 die medizinische Fakultät an. Die neue Fakultät wurde bereits 1777 nach Buda verlegt. Das "Diploma Inaugurale", in dem die Rechte der Universität und auch die zu ihrer Erhaltung notwendigen finanziellen Mittel aufgezeichnet sind, stammt aus dem Jahre 1780. Nach wenigen Jahren siedelte die Fakultät von Buda, also vom rechten Ufer der Donau, nach Pest, auf das linke Ufer der Donau. (Buda und Pest waren bis zu den siebziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts noch selbständige Städte.) Die ehemalige Universität von Nagyszombat wurde erst im Jahre 1848 zu einer nationalen Universität, in der Zeit der ungarischen Revolution und des Freiheitskampfes.
Die Medizinische Fakultät der Pester Universität war für neue Verfahren und Tendenzen immer geöffnet: z.B. schon wenige Monate nach ihrer Entdeckung wurde die Äthernarkose angewendet; das zweite Hygienische Institut in Europa wurde an dieser Fakultät errichtet; Ignaz Philipp Semmelweis, der die Ursache und die Prophylaxe des Kindbettfiebers als erster entdeckt hat, erhielt einen Lehrstuhl an dieser Fakultät.
Der Ausbau der heutigen Kliniken und theoretischen Institute erfolgte am Ende des 19. Jahrhunderts. Diese Gebäude, restauriert und modernisiert, werden bis heute benutzt. Neue Kliniken und Institute sind zum Teil zu Beginn des 20. Jahrhunderts, zum Teil in den letzten Jahrzehnten gebaut worden, und einige Krankenhäuser und Krankenhaus-Abteilungen haben den Lehrstuhl-Status erhalten.
Im Jahre 1951 wurde die Medizinische Fakultät von der Budapester Universität abgetrennt und als selbständige Universität anerkannt. Wenige Jahre danach wurden auch die Fakultäten für Zahnmedizin und für Pharmazie gegründet. Im Jahre 1969, zum 200. Jahrestag der Gründung der Fakultät, nahm die aus drei Fakultäten bestehende Universität zu Ehren ihres ehemaligen Professors den Namen "Semmelweis Universität für Medizinische Wissenschaften" an.

 

 Ab 1. Januar 2000 wurden zwei andere Hochschulen mit unserer Universität vereint. Die heutige Semmelweis Universität verfügt dadurch über fünf Fakultäten: Allgemeinmedizin, Zahnmedizin, Pharmazie, Sportwissenschaften und Hochschule für Gesundheitswesen. An der Universität studieren insgesamt 9220 Studenten, darunter 1600 Ausländer. An den ersteren drei Fakultäten studieren 4200 Studenten, davon 500 in deutscher und 1250 in englischer Sprache.
Die Kliniken verfügen über 2800 Krankenbetten und jährlich werden etwa 112.000 Patienten stationär, 2,1 Million ambulant behandelt. Aufgabe der Universität ist auch die Behandlung von besonderen und seltenen Krankheitsfällen. In diesem Sinne gehört mehr als ein Viertel des Territoriums und ungefähr die Hälfte der Einwohner Ungarns zum Einzugsgebiet der Universität.
Intensive Forschungstätigkeit erfolgt sowohl in den Instituten als auch in den Kliniken. 13 Professoren sind Mitglieder der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, etwa 100 Professoren verfügen über den Titel „Doktor der Ungarischen Akademie der Wissenschaften”. Jährlich werden etwa 500 Publikationen in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht.
Lehre, Forschung und Krankenpflege werden von etwa 4000 Angestellten, darunter 800 Ärzten, ausgeführt.