Aktualisierung: 06.09.2017
Fakultät für Medizin
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Studienablauf der Humanmedizin an der Semmelweis Universität

 

Das Studium der Humanmedizin an der Semmelweis Universität gliedert sich in den vorklinischen und den klinischen Abschnitt. In den ersten beiden Jahren werden die Grundkenntnisse der Naturwissenschaften und der Medizin gelehrt. In der Klinik werden dann das nötige Wissen und die Praxis zur „eigentlichen“ Medizin unterrichtet.

Insofern gleicht das Studium anderen Universitäten. Der große Unterschied zu anderen Universitäten ist, dass fast alle Prüfungen mündlich stattfinden. Im Gegensatz zu „neutralen“ Multiple-Choice-Tests, ermöglichen die mündlichen Prüfungen den Prüfern, das Wissen des Studenten individueller einzuschätzen, und nicht zuletzt wird auch die Kommunikationsfähigkeit verbessert. Als Student ist man so nicht nur gefordert, den nötigen Lernstoff zu lernen und zu verstehen, sondern auch aktiv wiedergeben zu können. Nur wer einen Sachverhalt verstanden hat, kann ihn auch gezielt formulieren und dem Prüfer erörtern.

Der vorklinische Abschnitt befasst sich intensiv mit den Fächern Anatomie, Biophysik, Biochemie, Physiologie, Psychologie und Soziologie. In allen Fächern wird dabei nicht nur darauf geachtet, dass der Stoff intensiv unterrichtet wird, sondern auch darauf, dass man die Zusammenhänge versteht, und einen umfangreichen Überblick erhält.

Jedes Fach wird mindestens ein Semester und nicht im Blockprogramm unterrichtet. Der Vorteil dieser festen Gruppen ist, dass man gleich eine feste Bindung hat und die Kommilitonen eine Konstante bilden. Für junge Menschen, die in Ungarn anfangen und vielleicht auch das erste Mal von zu Hause ausziehen, ist das ein guter Trost, wenn das Heimweh einsetzt!

Die Gruppen, aus etwa 15 Studenten bestehend, bleiben während den ersten beiden Jahren der Vorklinik gleich. Diese kleine Gruppengröße erlaubt nicht nur ein konzentrierteres Lernumfeld. Auch die Dozenten und Studenten kennen sich nach einer Weile und das erlaubt den Dozenten, genau auf den Studenten einzugehen, um Stärken oder Schwächen aufzuzeigen und eventuelle Rückfragen beantworten zu können.

Das dritte Jahr, auch „präklinisches Modul“, enthält Fächer wie Pathologie, Mikrobiologie und Pathophysiologie. Diese sind die Grundlagen der medizinischen Fächer, ohne die ein tieferes Verständnis der Medizin nicht möglich wäre.

Der klinische Abschnitt wird nicht mehr im eigenen Vorklinikgebäude unterrichtet, sondern fast ausschließlich in den Kliniken. Dabei hat man in jeder Woche Praktika direkt am Krankenbett. Durch kleine Gruppen hat man einen intensiven Kontakt zu den Ärzten, mit denen man dann auch die Krankengeschichte der Patienten bespricht. Die Anonymität einer großen Uniklinik existiert dort nicht.

Weitere Einzelheiten siehe Studienführer.